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Fragen Sie sich: Hilft Terbinafin wirklich gegen Haut- und Nagelpilzinfektionen? Ja. Terbinafin ist ein Antimykotikum aus der Gruppe der Allylamine, das gegen Dermatophyten wirksam ist und sowohl topisch als auch systemisch eingesetzt wird. Es wirkt durch Hemmung der Squalenepoxidase in der Pilzzelle, wodurch sich Pilzzellen nicht mehr optimal aufbauen können und absterben.

Durch seine gute Gewebepenetration erreicht Terbinafin targetierte Haut‑, Nagel‑ und Schleimhautbereiche bei ausreichender Dosierung. Die lokale Anwendung formt eine adäquate Abdeckung infizierter Hautareale, während die systemische Gabe die Infektion in tieferen Geweben oder Nagelstrukturen adressiert. Die Wahl des Verabreichungsweges richtet sich nach Lokalisation, Ausdehnung und Therapietoleranz.

Was Terbinafin verwendet wird

Terbinafin dient der Behandlung von durch Dermatophyten verursachten Infektionen der Haut, einschließlich Tinea corporis, Tinea cruris und Tinea pedis, sowie von Onychomykosen (Nagelinfektionen). Bei Hautinfektionen genügt oft eine topische Darreichung, während systemische Behandlung bei ausgedehnten Nagelinfektionen oder refraktären Fällen indiziert ist.

Topische Präparate stehen als Creme, Gel oder Lack zur Verfügung und werden je nach Indikation mehrmals täglich oder wöchentlich angewendet. Systemische Terbinafin‑Therapie erfolgt in oraler Form, typischerweise über mehrere Wochen bis Monate; Fingernägel erfordern häufiger eine 6‑wöchige bis 12‑wöchentliche Behandlung, Zehennägel entsprechend länger. Die Therapiedauer orientiert sich an Befund, Therapierespons und Verlaufsbeurteilung durch den behandelnden Arzt.

Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen

Gegenanzeigen umfassen bekannte Überempfindlichkeit gegen Terbinafin oder einzelne Bestandteile des Arzneimittels sowie schwere Leberfunktionsstörungen. Bei Lebererkrankungen sollte der Nutzen einer systemischen Behandlung gegenüber dem Risiko abgewogen werden; alternative Therapien können erwogen werden. Terbinafin sollte in der Schwangerschaft und Stillzeit nur bei klarem Nutzen‑Risiko‑Abwägung eingesetzt werden, und Stillen wird typischerweise empfohlen, zu vermeiden, weil geringe Mengen in die Muttermilch gelangen können. Bei Kindern und Jugendlichen ist eine systemische Anwendung in der Regel nicht vorgesehen; topische Präparate können unter ärztlicher Indikation verwendet werden.

Vorsichtsmaßnahmen beinhalten eine sorgfältige Anamnese und regelmäßige Kontrollen der Leberfunktion, insbesondere bei längerer oder höher dosierter Therapie. Seltene, aber potenziell schwere Leberreaktionen (z. B. Hepatitis, Leberversagen) wurden berichtet; Patienten sollten bei Gelbsucht, dunklem Urin, anhaltender Oberbauchschmerzen oder starker Müdigkeit die Behandlung abbrechen und medizinischen Rat einholen. Bei Vorerkrankungen mit Porphyrie oder schweren Hautreaktionen ist besondere Vorsicht geboten. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten erfordern ärztliche Abklärung, insbesondere bei systemischer Anwendung.

Eine ausführliche Risikoabwägung erfolgt bei älteren Patienten, bei Leber- oder Nierenschwäche sowie bei gleichzeitiger Einnahme potenziell lebertoxischer Substanzen. Patienten sollten über Warnzeichen einer Leberfunktionsstörung aufgeklärt werden und unverzüglich ärztliche Hilfe suchen, falls diese auftreten.

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Zu den häufig berichteten Nebenwirkungen gehören gastrointestinale Beschwerden (z. B. Übelkeit, Magenbeschwerden), Kopfschmerzen, Hautreaktionen wie Pruritus oder Hautrötung sowie Veränderungen des Geschmackssinns oder der Mundhöhle. Leberfunktionswerte können vorübergehend erhöht sein; in seltenen Fällen treten ernsthafte Leberreaktionen auf, die eine Abbruchentscheidung bedingen.

Gelegentlich treten Hautausschläge, Juckreiz, Leberbeschwerden ohne klinische Symptomatik oder Müdigkeit auf. Zu den seltenen Ereignissen zählen weitere Hautreaktionen, Schwindel, Abgeschlagenheit und Veränderungen der Blutchemie, insbesondere transiente Erhöhungen von Leberenzymen. Sehr selten berichten Patienten von schweren Hautreaktionen (z. B. Stevens‑Johnson‑Syndrom) oder systemischen Reaktionen; diese Situationen erfordern sofortige medizinische Bewertung und Absetzen der Therapie. Allgemeine Symptome wie Geschmacksstörung, abnormaler Geruchssinn oder Abwehrschwäche können gelegentlich auftreten.

Laborchemisch können Transaminasen (ALT/AST) ansteigen; die Erholung nach Absetzen der Therapie ist meist zeitnah. Da hepatotoxische Risiken bestehen, ist eine sorgfältige Nutzen‑Risiko‑Beurteilung vor Beginn einer systemischen Behandlung sinnvoll, insbesondere bei vorbestehenden Lebererkrankungen oder Mehrfachmedikation.

Wechselwirkungen mit anderen Substanzen

Terbinafin wirkt als stärkerer Inhibitor von Cytochrom‑P450‑Enzym 2D6. In der Praxis kann dies zu erhöhten Plasmaspiegeln von Substraten führen, die überwiegend über CYP2D6 verstoffwechselt werden (z. B. bestimmte Antidepressiva, Antipsychotika, Betablocker wie Metoprolol oder andere Medikamente mit engen therapeutischen Fenstern). Eine Anpassung der Dosierung oder eine engmaschige klinische Überwachung kann erforderlich sein, wenn Terbinafin zusammen mit solchen Medikamenten eingesetzt wird.

Weitere potenzielle Wechselwirkungen ergeben sich durch zusätzliche Leberbelastung oder durch Norportale Hemmungen anderer Leberenzyme. Vor Therapiebeginn sollte eine Übersicht aller aktuellen Arzneimittel erfolgen; insbesondere bei gleichzeitiger Einnahme von hepatotoxischen Substanzen oder Medikamenten, die ebenfalls die Leber belasten, ist eine regelmäßige Überwachung der Leberfunktion sinnvoll. Topische Terbinafin verläuft weitgehend systemisch unbelastet, jedoch kann eine systemische Behandlung mit anderen Medikamenten die Nebenwirkungsrisiken erhöhen und eine ärztliche Abstimmung erfordern.

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Markus Steiner
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Markus Steiner
Mag. pharm., Apotheker und Medizinredakteur