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Amantadin ist ein Adamantanderivat, ein antivirales und dopaminerges Mittel. Es wirkt über die Blockade des M2-Ionenkanals von Influenza A und durch Beeinflussung dopaminerger Signalwege (Freisetzung von Dopamin, Hemmung des NMDA-Rezeptor-Systems); primäre therapeutische Anwendungen sind die Behandlung und Prophylaxe von Influenza A sowie die ergänzende Therapie der Parkinson-Krankheit.

Es wird in der Regel gut aufgenommen, die Halbwertszeit liegt bei etwa 15 Stunden und das Arzneimittel wird vor allem über die Niere ausgeschieden. Bei eingeschränkter Nierenfunktion muss die Dosis angepasst werden. Die Verweildauer im Körper macht regelmäßige Einnahme wichtiger, damit Wirkung und Nebenwirkungen kontrollierbar bleiben. Amantadin liegt als Tablettenform vor und ist je nach Präparat in Dosen von 50 mg oder 100 mg erhältlich.

In Deutschland und vielen anderen Ländern dient Amantadin vorwiegend zur Influenza-A-Prophylaxe und -Behandlung sowie als ergänzende Behandlungsmöglichkeit bei Parkinson-Symptomen. Die genaue Indikation bestimmt die ärztliche Verordnung; selbstständige Anpassungen ohne Rücksprache sollten vermieden werden.

Welche Erkrankungen es behandelt

Amantadin bekämpft Influenza A, indem es den viralen M2-Ionenkanal blockiert. Dadurch verlangsamt sich die Vermehrung des Virus, was zu einer milderen Erkrankung oder zu einer wirksameren Prophylaxe führen kann. Es wirkt gegen Influenza A, nicht zuverlässig gegen Influenza B, daher kann der Arzt je nach Ausbruchslage andere Therapien empfehlen.

In der Neurologie wird Amantadin als Ergänzungstherapie bei Parkinson-Krankheit eingesetzt. Es kann motorische Beschwerden beeinflussen, wie Zittern, Steifheit und Bewegungsverlangsamung, und helfen, Dyskinesien infolge einer Langzeitbehandlung mit Levodopa zu mildern. Die Wirkung ist individuell verschieden; es handelt sich nicht um eine Heilung, sondern um eine Symptombehandlung.

Zusätzlich kann Amantadin in bestimmten extrapyramidalen Beschwerden zum Einsatz kommen oder bei bestimmten Medikamenten-induzierten Bewegungsstörungen kleine Verbesserungen bringen. Diese Anwendungen erfolgen oft nach ärztlicher Abwägung von Nutzen und Risiko. Nicht alle Patientinnen und Patienten profitieren gleich stark.

Praktische Anwendung — Timing, Nahrung, verpasste Dosen, Lagerung

Die Dosierung richtet sich nach Indikation, Alter, Nierenfunktion und Begleiterkrankungen. Für die Grippeprophylaxe wird häufig eine tägliche Dosis von 200 mg empfohlen, bei der Behandlung einer Infektion können es 100 mg zweimal täglich über fünf Tage sein. Bei Parkinson ist eine schrittweise Anpassung üblich; oft beginnt man mit niedrigen Dosen und erhöht je nach Verträglichkeit. Die genaue Verordnung bestimmt der behandelnde Arzt.

Zu den Einnahmebedingungen gehört Regelmäßigkeit: möglichst gleiche Abstände, damit Wirkstoffspiegel stabil bleiben. Amantadin kann in der Regel unabhängig von Mahlzeiten eingenommen werden, eine Einnahme mit Nahrung kann bei Magenbeschwerden helfen. Wer unter Übelkeit oder Bauchbeschwerden leidet, spricht mit dem Arzt über Anpassungen der Einnahmezeit oder Mahlzeiten.

Bei einer vergessenen Dosis gilt: So schnell wie möglich die verordnete Dosis nachholen, sofern der nächste Take nicht zu nah bevorsteht. Wenn der zeitliche Abstand zum nächsten Termin gering ist, die vergessene Dosis auslassen und normal weitermachen; auf keinen Fall zwei Dosen hintereinander nachholen, ohne ärztliche Anweisung. Lagerung: kühl, trocken und außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren; Vor Licht schützen, Originalbehälter verwenden; Haltbarkeitsdatum beachten. Nie verwenden, wenn die Packung beschädigt ist oder das Verfallsdatum überschritten ist.

Besonderheiten zur Praxiswahl: Halten Sie sich an die ärztliche Empfehlung, insbesondere bei begleitenden Erkrankungen oder anderen Medikamenten. Informieren Sie den Arzt über Nierenerkrankungen, Herzerkrankungen oder psychische Beschwerden, da Amantadin Wechselwirkungen und individuelle Risiken haben kann.

Was zu beachten ist — Nebenwirkungen in einfacher Sprache

Zu den häufigeren Begleiterscheinungen gehören Müdigkeit, Schwindel, Mundtrockenheit und Kopfschmerzen. Manche Menschen berichten von Magenbeschwerden, Schlafstörungen oder Nervosität. Insgesamt sind diese Effekte oft leicht bis moderat und klingen mit der Zeit ab, besonders wenn die Dosis angepasst wird.

Weniger häufig treten Verwirrung, Gedächtnisstörungen oder Halluzinationen auf, insbesondere bei älteren Patientinnen und Patienten oder höheren Dosen. Auch Muskelkrämpfe, Hautausschläge oder allergische Reaktionen können vorkommen. Sehr selten können Herzrhythmusveränderungen auftreten; bei plötzlicher Atemnot oder Brustschmerzen sofort ärztliche Hilfe suchen.

Bei manchen Menschen kann Amantadin zu Bewegungsstörungen, Unruhe oder Agitiertheit führen. Wer solche Veränderungen bemerkt, sollte sofort den behandelnden Arzt informieren. Generell gilt: Jede neue oder sich verschlechternde Nebenwirkung gehört gemeldet, denn der Arzt kann Dosis anpassen oder alternative Therapien vorschlagen.

Wann Sie einen Arzt konsultieren sollten

Sie sollten Ihren Arzt kontaktieren, wenn neue oder sich verschlechternde neuropsychiatrische Symptome auftreten, wie starker Schlafmangel, Verwirrtheit oder Halluzinationen. Bei Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion (sichtbarer Hautausschlag, Schwellung von Gesicht oder Zunge, Atemnot) sofort medizinische Hilfe suchen. Ebenso bei anhaltenden Bauchschmerzen, starkem Schwindel oder unregelmäßigem Herzschlag.

Es ist wichtig, den Arzt auf alle anderen verschriebenen Medikamente hinzuweisen, denn Amantadin kann mit bestimmten Mitteln Wechselwirkungen eingehen. Bei einer bestehenden Nierenschwäche oder fortgeschrittenem Alter ist eine regelmäßige Kontrolle sinnvoll; der Arzt ordnet ggf. Dosierungsanpassungen an. Suchen Sie medizinische Beratung auch dann, wenn sich Ihre Parkinson-Symptome plötzlich verändern oder neue Nebenwirkungen auftreten.

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Julia Mayer
Medizinisch überprüft von
Julia Mayer
Dr. med. univ., Fachärztin für Klinische Pharmakologie