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Itraconazol ist ein azolhaltiges Antimykotikum der Gruppe der Triazole. Es hemmt das Pilzenzym Lanosterol-14α-Demethylase, blockiert die Ergosterolsynthese und stört dadurch die Integrität der Pilzzellmembran; primäre therapeutische Anwendung ist die Behandlung invasiver systemischer Pilzinfektionen sowie kutaner Onychomykose.
Der Wirkstoff wirkt fungistatisch, indem er die Membran der Pilzzellen destabilisiert. Nach Gabe erfolgt eine ausgeprägte Gewebeverteilung, insbesondere in Haut, Nägeln und Schleimhäuten. Die Bioverfügbarkeit ist abhängig von Formulierung, Nahrungsaufnahme und pH-Wert des Magens; nach oraler Einnahme erfolgt eine umfangreiche Lebermetabolisierung über das Cytochrom-P450-System, primär CYP3A4, mit Bildung aktiver Metaboliten.
Der primäre aktive Metabolit ist Hydroxyitraconazol, der zusammen mit dem Mutterwirkstoff die antifungale Wirkung vermittelt. Aufgrund der Hepatikabilität und der lang anhaltenden Gewebekonzentrationen kann die Wirkstoffelimination verzögert sein, wodurch Therapien lange Behandlungszeiträume erfordern und eine sorgfältige Überwachung notwendig ist. Das Spektrum umfasst dermatophytäre Erreger, Hefen einschließlich Candida-Arten, sowie bestimmte schleimhaut- und dimorph-diagnostizierte Pilze.
Indikationen umfassen systemische und kutane Pilzerkrankungen unterschiedlicher Herkunft, etwa Histoplasmose, Blastomykose, Coccidioidomykose sowie Aspergillus-Infektionen, wenn andere Therapien nicht geeignet erscheinen oder Resistenz vorliegt. Zudem dient es zur Behandlung tiefer Dermatophytosen und subkutaner Infektionen sowie komplexer Nagelmykosen, insbesondere Onychomykose der Fingernägel und Zehennägel.
Itraconazol wird häufig als Alternative zu amphoterischen oder anderen Azol-Therapien eingesetzt, wenn eine gute Gewebepenetration erforderlich ist oder kardiale, renale oder Leberverhältnisse eine spezifische Wahl bedingen. Die Indikationen sollten gemäß aktuellen Leitlinien, Diagnosestellung und individueller Risikobewertung erfolgen, stets unter ärztlicher Anleitung und mit adaptierten Therapiedauern.
Das Präparat liegt als Hartkapseln und als flüssige Lösung vor. Kapseln werden üblicherweise mit einer Mahlzeit eingenommen, um die Absorption zu verbessern, die abhängig von pH und Mageninhalt variiert. Die Lösung kann je nach Produktspezifikation mit oder ohne Mahlzeit eingenommen werden; sie hat in der Regel eine gut modellierbare Bioverfügbarkeit, ist jedoch ebenfalls pH-abhängig.
Die Dosierung richtet sich nach Indikation, Krankheitslast, Leberfunktion und Therapieverlauf. Bei langfristiger Therapie sind regelmäßige Leberfunktionswerte, Nierenwerte und kardiale Beurteilungen angezeigt. Delayed-release-Formulierungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten erfordern gegebenenfalls zeitliche Trennungen von Antazida oder säurehemmenden Mitteln, um eine ausreichende Aufnahme sicherzustellen.
Itraconazol hemmt stark das CYP3A4-Enzymsystem und kann die Plaskonzentrationen zahlreicher Begleitmedikamente erhöhen; daher ist eine gründliche Medikationsübersicht vor Therapiebeginn unerlässlich. Es bestehen signifikante Risiken für Lebertoxizität; Leberfunktionswerte sollten vor Behandlungsstart sowie während der Therapie kontrolliert werden, und ein beschleunigter Abbruch sollte bei Zeichen einer Leberfunktionsstörung erfolgen.
Bei bestehenden Herzerkrankungen, insbesondere eingeschränkter Linksventrikulärfunktion oder Herzinsuffizienz, besteht die Gefahr negativer Inotropie; daher sind strenge kardiologische Abwägungen erforderlich. Schwangere oder stillende Frauen dürfen das Medikament in der Regel nicht verwenden. Auch bei schweren Nierenfunktionsstörungen ist eine individuelle Nutzen-Risiko-Einschätzung nötig. Vor Therapiebeginn sollten alle relevanten Vorerkrankungen, Allergien und Medikamentenexpositionen dokumentiert werden.
Zu den häufigeren Reaktionen zählen gastrointestinalen Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Diarrhö sowie Kopfschmerzen. Hautreaktionen wie Ausschlag, Pruritus oder Erythem können auftreten. Leberwerte können ansteigen, weshalb regelmäßige Laborkontrollen besonders bei längeren Therapien sinnvoll sind. Ödeme, Müdigkeit und Schwindel werden gelegentlich berichtet; sie stehen oft in Zusammenhang mit hohen Dosen oder Wechselwirkungen.
Seltene, aber potenziell schwere Ereignisse umfassen fortschreitende Hepatopathien, Herzinsuffizienz oder schwere kardiale Rhythmusstörungen; Warnzeichen wie Gelbfärbung der Haut oder Augen, Brustschmerz, Atemnot oder anhaltender Schwächezustand bedürfen unverzüglicher ärztlicher Abklärung. Patienten mit bestehenden Leber-, Herz- oder Nierenerkrankungen sollten die Einnahme nur unter sorgfältiger medizinischer Überwachung fortsetzen.
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