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Levothyroxin gehört zu den am häufigsten verschriebenen Arzneien weltweit. Schon in den 1950er-Jahren wurde es als Standardtherapie bei Schilddrüsenunterfunktion etabliert. Es ist eine künstliche Form des Schilddrüsenhormons Thyroxin (T4) und gehört zu den Basismedikamenten der Endokrinologie. Im Körper wird Levothyroxin in das aktive Hormon T3 umgewandelt. Dadurch reguliert es den Stoffwechsel und das Energieniveau.

Durch diese Wirkung unterstützt es, dass Herz, Muskeln und Gehirn im Gleichgewicht arbeiten. Der Effekt tritt nicht sofort ein; die Behandlung braucht Zeit und regelmäßige Kontrollen. Die Einnahme ist oft lebenslang und wird individuell angepasst.

Was Levothyroxin ist (kurz)

Levothyroxin ist eine synthetische Schilddrüsenhormon-Substitution. Es ersetzt das Hormon, das Ihre Schilddrüse nicht ausreichend produziert.

Eine übliche Einnahmeform sind Tabletten, die Sie einmal täglich mit Wasser einnehmen. Die Dosis richtet sich nach Ihrem Blutwerten und Ihrem Befinden. Ihr Arzt überprüft diese regelmäßig, um eine möglichst normale Schilddrüsenfunktion zu erreichen.

Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen

Gegenanzeigen bestehen bei unbehandelter Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) oder bei akuter Thyreotoxikose. Ebenfalls kann Levothyroxin bei bestimmten schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen nur unter engmaschiger ärztlicher Aufsicht gegeben werden. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie schon einmal einen Herzinfarkt oder eine schwere Herzrhythmusstörung hatten.

Vorsicht ist geboten bei verschiedenen Grunderkrankungen. Sagen Sie Ihrem Arzt alles über Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes, Osteoporose oder Nebennierenprobleme. In der Schwangerschaft wird die Dosis oft angepasst, um den Bedarf von Mutter und Kind zu decken. Ältere Menschen benötigen meist eine behutsame Dosissteigerung und regelmäßige Kontrollen der Herzfrequenz und Blutwerte.

Nehmen Sie Levothyroxin immer exakt so ein, wie es Ihnen verordnet wurde. Ändern Sie die Dosis nicht eigenständig oder brechen Sie die Einnahme nicht ab, ohne Ihren Arzt zu informieren. Bei neuen Medikamenten oder anderen Erkrankungen sollten Sie die Behandlung gemeinsam abstimmen.

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Sehr häufig und häufig können Nervosität, Schlafstörungen, Zittern, schneller Puls und vermehrtes Schwitzen auftreten. Manche Menschen fühlen sich auch unruhig oder reizbar. Häufig kann es zu Schlafproblemen kommen, besonders zu Beginn der Behandlung.

Weitere häufige Beschwerden sind Gewichtsverlust, Durchfall, Kopfschmerzen, Muskel- oder Gelenkschmerzen sowie Haarausfall. Diese Nebenwirkungen sind oft vorübergehend und bessern sich, wenn der Körper sich auf die neue Hormonlage einstellt.

Gelegentlich bis selten treten unregelmäßiger Herzschlag, Brustschmerzen, Magenbeschwerden oder Hautrötungen auf. Sehr selten kann es zu allergischen Reaktionen kommen. Wenn Sie Atemnot, starkes Brustziehen, Hautausschläge oder Schwellungen bemerken, suchen Sie sofort ärztliche Hilfe.

Wechselwirkungen mit anderen Substanzen

Levothyroxin wird am besten auf nüchternen Magen eingenommen. Bestimmte Nahrungsmittel und Zusatzstoffe können die Aufnahme im Darm verringern. Calcium- oder Eisenpräparate, Antazida, Milchprodukte oder ballaststoffreiche Mahlzeiten sollten mindestens 4 Stunden vor oder nach der Einnahme erfolgen.

Auch andere Medikamente können die Wirkung von Levothyroxin beeinflussen. Beispiele sind Kalzium- oder Eisenpräparate, Sucralfat, Colestyrin oder bestimmte Antiepileptika (z. B. Carbamazepin, Phenytoin) und Rifampicin, die die Verarbeitung beschleunigen können. Langfristig können Warfarin (Blutverdünner) oder Insulin bzw. orale Diabetesmedikamente angepasst werden müssen. Informieren Sie Ihren Arzt über alle Präparate, auch über Vitamin- oder Naturheilmittel, damit Ihre Behandlung sicher bleibt.

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Stefan Huber
Medizinisch überprüft von
Stefan Huber
Mag. pharm., Staatlich geprüfter Apotheker; Leiter der pharmazeutischen Abteilung