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Mesalazin

Auch bekannt als: Claversal
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Dieses Informationsblatt richtet sich an Patientinnen und Patienten in Österreich. Es erläutert, was Asacol ist, wofür es verwendet wird, wie es wirkt, wie es eingenommen wird und worauf zu achten ist. Es ersetzt keinen Arzt- oder Apothekerbesuch. Wenden Sie sich bei Fragen immer an Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren Apotheker.

Was ist Asacol? Wirkstoff, Klasse und Zweck

Asacol gehört zur Gruppe der Aminosalicylate (5-ASA). Der aktive Wirkstoff ist Mesalazin, eine entzündungshemmende Substanz, die speziell die Darmschleimhaut betrifft.

Die Tablettenformulierung ist so ausgelegt, dass der Wirkstoff möglichst gezielt im Dickdarm freigesetzt wird. Dadurch soll eine Entzündung dort reduziert und Beschwerden gemildert werden, ohne den restlichen Körper stark zu belasten.

Asacol wird typischerweise zur Behandlung entzündlicher Darmerkrankungen eingesetzt. Die konkrete Indikation und die Anwendung bestimmen der behandelnde Arzt und der Apotheker nach dem individuellen Befund und Verlauf. Informationen im Beipackzettel geben Auskunft zu Verabreichung und Kontraindikationen.

Hinweis: In Österreich kann die Verschreibungspflicht je nach Formulierung und Regelung variieren. Prüfen Sie den Beipackzettel und sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, ob Asacol für Sie geeignet ist.

Welche Erkrankungen behandelt Asacol?

Asacol wird vor allem bei Colitis ulcerosa eingesetzt, einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung des Dickdarms. Die Beschwerden reichen von Blut im Stuhl bis hin zu Durchfällen und Bauchschmerzen.

Typische Einsatzgebiete umfassen Proktitis (Entzündung des Enddarms) und proksimale oder linke Kolitis. Die Behandlung zielt darauf ab, Entzündung zu reduzieren, Beschwerden zu lindern und Remissionsphasen zu unterstützen.

Die Anwendung richtet sich nach der Schwere der Erkrankung, dem Befund aus der kolonskopischen Untersuchung und dem bisherigen Therapieverlauf. Nicht jeder Patient profitiert auf die gleiche Weise; individuelle Anpassungen sind möglich.

Bei anderen entzündlichen Darmerkrankungen kann der Arzt prüfen, ob eine Mesalazin-bezogene Behandlung sinnvoll ist. In jedem Fall gilt: Die Dosierung, Dauer der Behandlung und das Ziel der Therapie werden persönlich festgelegt.

Wie wirkt Asacol im Körper?

Mesalazin wirkt direkt an der Darmschleimhaut, wo Entzündungen entstehen. Es hemmt entzündliche Signale und reduziert die Freisetzung von Botenstoffen, die Gewebe irritieren und Schmerzen verursachen können.

Durch die pH-abhängige Freisetzung der Wirkstoffkomponente erreichen die Tabletten den Bereich des Dickdarms, wo die Entzündung häufig auftritt. Dadurch soll eine lokale Wirkung erzielt werden, ohne den übrigen Körper stark zu belasten.

Auf diese Weise reduziert Asacol typischerweise Schleimhautreizungen, vermindert Bauchbeschwerden und kann Blutungen im Verlauf der Erkrankung beeinflussen. Die Wirkung setzt in der Regel schrittweise ein und hängt von der individuellen Reaktion ab.

Es ist wichtig zu verstehen, dass die Reaktion auf Mesalazin individuell unterschiedlich sein kann. Der behandelnde Arzt überwacht den Verlauf und passt die Behandlung bei Bedarf an. Wenn Unsicherheiten auftreten, konsultieren Sie den Beipackzettel oder Ihren Arzt.

Wie Sie Asacol anwenden

Asacol wird in der Regel als Tabletten(e) eingenommen. Die regelmäßige Einnahme zu bestimmten Zeiten unterstützt den Behandlungserfolg, daher sollten Sie sich so gut wie möglich an den Plan Ihres Arztes halten.

Schlucken Sie die Tabletten mit ausreichend Wasser. Nehmen Sie sie unzerkaut und unzerdrückt ein, um eine kontrollierte Freisetzung zu gewährleisten. Teilen oder zerkauen Sie die Tabletten nicht, es sei denn, Ihr Arzt hat ausdrücklich etwas anderes verordnet.

Ob und wann Sie die Tabletten vor oder nach Mahlzeiten einnehmen sollten, kann je nach Produktvariante variieren. Lesen Sie den Beipackzettel sorgfältig und sprechen Sie bei Unsicherheiten mit Ihrem Apotheker oder Arzt. Die Behandlungsdauer wird individuell festgelegt und kann Monate betragen, abhängig von Aktivität und Verlauf der Erkrankung.

Wichtige Hinweise zur Einnahme: Bewahren Sie das Medikament in der Originalverpackung auf, außerhalb der Reichweite von Kindern. Lagern Sie es bei Raumtemperatur und schützen Sie es vor Feuchtigkeit. Kontaktieren Sie bei Problemen mit der Einnahme Ihren Arzt, statt eigenständig die Einnahme zu ändern.

Wenn Sie eine Dosis vergessen, holen Sie diese nach, sofern der nächste Termin weit genug ist. Überspringen Sie eine vergessene Dosis nicht einfach, und verdoppeln Sie sie nicht, um die Lücke zu schließen. Sprechen Sie bei Unklarheiten mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Wer Asacol nicht einnehmen sollte – Gegenanzeigen

Wenn eine Überempfindlichkeit gegen Mesalazin oder andere Bestandteile vorliegt, sollte Asacol nicht verwendet werden. Allergische Reaktionen können sich auf Haut, Atmung oder Allgemeinbefinden auswirken.

Bei schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen ist besondere Vorsicht geboten. Der Arzt wird prüfen, ob eine Behandlung mit Mesalazin sicher ist oder ob alternative Therapien sinnvoller sind.

Bei akuten schweren Magen-Darm-Geschwüren oder unbehandelten Infektionen im Darm kann die Einnahme angepasst oder vorübergehend ausgesetzt werden. Ebenso sollten Kinder und Jugendliche nur unter ärztlicher Aufsicht behandelt werden, sofern der Arzt die Anwendung für sinnvoll hält.

Informieren Sie Ihren Arzt über alle bestehenden Erkrankungen, Allergien und alle regelmäßig eingenommenen Medikamente. Falls Unsicherheiten bestehen, lohnt sich eine Rücksprache vor Beginn der Behandlung oder vor einer Änderung der Dosierung.

Warnungen und Vorsichtsmaßnahmen während der Behandlung

Bei der Behandlung mit Mesalazin kann es selten zu Nierenerkrankungen kommen. Deshalb sind regelmäßige Untersuchungen der Nierenfunktion sinnvoll, insbesondere bei längerer Einnahme oder zusätzlichen Risikofaktoren.

Auch die Leber sollte überwacht werden, da Leberwerte auf eine Belastung hinweisen könnten. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie Gelbsucht, auffällige Hautreaktionen oder ungewöhnliche Müdigkeit bemerken.

Bei Auftreten von Fieber, Hautausschlag, Gelenkschmerzen oder Atemnot kann eine allergische Reaktion vorliegen. In solchen Fällen sollten Sie unverzüglich medizinische Hilfe suchen und das Arzneimittel möglicherweise abbrechen.

Wenn Sie schwanger sind, stillen oder eine Schwangerschaft planen, besprechen Sie die Anwendung mit Ihrem Arzt. Die Sicherheit in der Schwangerschaft wird individuell abgewogen, wobei Nutzen und potenzielle Risiken gegeneinander abgewogen werden.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie bei vielen Medikamenten können auch bei Mesalazin Nebenwirkungen auftreten. Häufige Beschwerden sind Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen oder Hautreaktionen.

Gelegentlich können Übelkeit, Durchfall oder Bauchschmerzen auftreten. Diese Beschwerden sind meist vorübergehend und bessern sich, sobald sich der Körper an das Medikament gewöhnt.

Gelegentlich können Hautausschläge, Juckreiz oder Kopfschmerzen auftreten. Selten sind ernstere Reaktionen möglich, wie allergische Reaktionen oder Beeinflussungen von Leber- und Nierenwerten. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn neue oder sich verschlechternde Symptome auftreten.

Wenn Sie ungewöhnliche oder schwere Nebenwirkungen bemerken, suchen Sie umgehend medizinische Hilfe. Der Arzt kann dann entscheiden, ob eine Fortführung der Behandlung sinnvoll ist oder eine Anpassung nötig wird.

  • Kopfschmerzen
  • Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen)
  • Hautausschlag oder Juckreiz
  • Allergische Reaktionen (in seltenen Fällen)
  • Leber- oder Nierenfunktionsveränderungen (selten)

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, Lebensmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln

Bestimmte Arzneimittel können die Wirkung von Mesalazin beeinflussen oder das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen. Sprechen Sie daher mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie regelmäßig andere Medikamente einnehmen.

Bei gleichzeitiger Einnahme anderer entzündungshemmender Medikamente oder bestimmter Blutverdünner können Wechselwirkungen auftreten, die eine Anpassung der Behandlung erforderlich machen.

Lebensmittel und Getränke beeinflussen die Aufnahme nicht unbedingt direkt, doch Kaffee, Alkohol oder stark fetthaltige Speisen können Unverträglichkeiten oder Beschwerden verstärken, je nach persönlicher Reaktion. Ihr Arzt kann individuelle Hinweise geben.

Informieren Sie jeden behandelnden Arzt oder Zahnarzt darüber, dass Sie Asacol einnehmen, besonders vor Operationen oder bei der Verabreichung weiterer Therapien. Wenn Unsicherheit besteht, konsultieren Sie den Apotheker, bevor Sie ein neues Medikament beginnen.

  • Andere entzündungshemmende Medikamente (NSAIDs)
  • Blutverdünner (z. B. Warfarin)
  • Bestimmte Antibiotika oder Antimykotika
  • Andere Mesalazin-basierte Präparate oder Salicylate

Verwendung während Schwangerschaft und Stillzeit

Die Anwendung von Asacol in der Schwangerschaft erfolgt nur, wenn der medizinische Nutzen das potenzielle Risiko überwiegt. Besondere Abwägungen und regelmäßige Kontrollen sind hier sinnvoll.

Stillende Mütter sollten vor der Einnahme Rücksprache mit dem behandelnden Arzt halten. Der Wirkstoff kann in die Muttermilch gelangen; eine Bewertung von Nutzen und Risiko ist erforderlich.

Falls eine Behandlung während Schwangerschaft oder Stillzeit nötig ist, wird der Arzt die sicherste Vorgehensweise auswählen und gegebenenfalls Alternativen erwägen.

Bei Unsicherheiten ist es ratsam, die offizielle Patienteninformation zu Beipackzettel zu konsultieren oder eine Fachperson zu fragen. Selbsthilfe- oder Laieninformationen ersetzen keine ärztliche Beratung.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) rund um Asacol

Im Folgenden finden Sie Antworten auf häufige Fragen. Die Antworten geben Orientierung, ersetzen aber nicht ärztliche Beratung. Bei Unsicherheit nutzen Sie bitte die Beipackzettel oder sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Die Antworten sind allgemein gehalten. Individuelle Dosierung, Dauer der Behandlung und Anpassungen erfolgen stets durch den behandelnden Arzt. Notwendig ist eine regelmäßige ärztliche Überwachung während der Behandlung.

Wenn Sie während der Einnahme ungewöhnliche Reaktionen bemerken oder sich der Zustand verändert, kontaktieren Sie umgehend medizinisches Fachpersonal oder eine Notfallversorgung. Bei Fragen zur Einnahme wenden Sie sich an Ihre Apothekerin oder Ihren Apotheker.

Die folgenden Q&As decken typischerweise Anliegen ab, die Patientinnen und Patienten häufig bewegen. Die Antworten vermeiden spezifische Dosierungsangaben und betonen stattdessen die Bedeutung ärztlicher Anleitung. Sollten Sie andere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihre betreuende Fachperson.

Kann ich Asacol sofort absetzen, wenn Beschwerden nachlassen?

Es ist wichtig, die Behandlung nicht eigenständig vorzeitig zu beenden. Die Therapie wird meist schrittweise beendet oder angepasst, um Rückfällen vorzubeugen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie eine Veränderung vornehmen.

Wie schnell wirkt Asacol typischerweise?

Die entzündungshemmende Wirkung entfaltet sich oft über Wochen. Manche Patienten bemerken Verbesserungen früh, andere benötigen längere Behandlungszeiträume. Der Verlauf wird individuell von Ihrem Arzt beurteilt.

Was passiert, wenn ich eine Dosis vergesse?

Wenn Sie eine Einnahme vergessen, legen Sie sie nach, sofern der nächste Termin noch nicht nahe ist. Verdoppeln Sie keine Dosis, um verpasste Einnahmen auszugleichen. Wenden Sie sich bei Unsicherheit an Ihre Apothekerin oder Ihren Apotheker.

Kann ich Asacol zusammen mit Kaffee, Alkohol oder Milchprodukten einnehmen?

Es gibt keine generelle Gegenanzeige gegen diese Lebensmittel; individuelle Reaktionen können variieren. Alkohol kann Symptome wie Bauchbeschwerden verstärken. Trinken Sie in Maßen und beobachten Sie, wie Sie reagieren. Sprechen Sie bei Bedenken mit Ihrem Arzt.

Wie lange dauert eine regelmäßige Behandlung meist an?

Die Behandlungsdauer hängt von der Erkrankung, dem Verlauf und dem Ansprechen auf das Medikament ab. Manche Patienten benötigen längere Therapien; andere können nach einer Stabilisierung reduzierte Dosen oder eine Aussetzung diskutieren. Die Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Ist Asacol sicher während der Schwangerschaft?

Der Arzt prüft Nutzen und Risiken individuell. Eine Fortführung oder Anpassung der Behandlung kann erforderlich sein, wobei die Sicherheit von Mutter und Kind stets im Vordergrund steht. Besprechen Sie Ihre Pläne und Fragen frühzeitig mit Ihrem behandelnden Arzt.

Kann ich Asacol langfristig einnehmen?

Langfristige Anwendung kann in bestimmten Fällen sinnvoll sein, um Entzündungen zu kontrollieren. Gleichzeitig werden regelmäßige Kontrollen empfohlen, um Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen. Die Entscheidungsgrundlage bildet der ärztliche Befund.

Was passiert bei akuter Verschlechterung der Symptome?

Bei plötzlicher Verschlechterung sollten Sie umgehend medizinische Hilfe suchen. Ein solches Vorgehen kann eine Neubewertung der Therapie erfordern. Wenden Sie sich nicht eigenständig an eine drastische Änderung der Einnahme.

Wie erkenne ich eine allergische Reaktion?

Typische Anzeichen sind Hautausschlag, Juckreiz, Schwellungen oder Atembeschwerden. Falls solche Symptome auftreten, stoppen Sie die Einnahme und suchen sofort medizinische Hilfe. Informieren Sie Ihre behandelnden Fachpersonen über die Reaktion.

Soll ich regelmäßig Bluttests machen?

Regelmäßige Blutuntersuchungen können erforderlich sein, um Leber- und Nierenwerte sowie andere relevante Parameter zu überwachen. Ihr Arzt legt fest, wie oft Tests sinnvoll sind. Halten Sie Rücksprache, wenn Sie ungewöhnliche Beschwerden bemerken.

Kann ich Asacol mit anderen Medikamenten kombinieren?

Kombinationstherapien sind möglich, müssen aber sorgfältig geplant werden. Informieren Sie alle behandelnden Ärztinnen und Ärzte über Ihre gesamte Medikation, um Wechselwirkungen zu vermeiden. Der Arzt entscheidet, ob Anpassungen nötig sind.

Wo finde ich mehr Informationen?

Für verlässliche Informationen lesen Sie den offiziellen Beipackzettel Ihres Asacol-Produkts. Er erläutert Indikationen, Gegenanzeigen, Dosierung, Nebenwirkungen und besondere Hinweise.

Ihr behandelnder Arzt oder Ihre Apothekerin, Ihr Apotheker vor Ort, stehen Ihnen bei Fragen gerne zur Verfügung. Sie helfen Ihnen, die Anwendung auf Ihre persönliche Situation abzustimmen.

Zusätzliche Orientierung bietet die ärztliche Beratung und die persönlichen Unterlagen, die Ihre Krankheitsgeschichte umfassen. Wenn neue Fragen auftreten, kontaktieren Sie bitte Ihre Gesundheitsfachpersonen.

Hinweis: Informieren Sie sich regelmäßig über mögliche Änderungen in der Behandlungsführung. Prüfen Sie gemeinsam mit Ihrer Apothekerin oder Ihrem Apotheker die aktuellste Patienteninformation.

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Julia Mayer
Medizinisch überprüft von
Julia Mayer
Dr. med. univ., Fachärztin für Klinische Pharmakologie