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Was ist Ranitidin?

Welche Beschwerden kann Ranitidin lindern, zum Beispiel Sodbrennen oder saurem Aufstoßen?

Ranitidin ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der H2-Rezeptorantagonisten. Er hemmt selektiv die Histamin-H2-Rezeptoren der Belegzellen der Magenschleimhaut, wodurch die Frequenz und das Volumen der Magensäuresekretion reduziert werden. Die Folge ist eine Verminderung des sauren Milieus, was Beschwerden lindert und die Heilung säurebedingter Schleimhautschäden unterstützt.

Ranitidin ist in der Regel als Filmtabletten erhältlich; in ausgewählten Fällen kann es auch als Injektionslösung verabreicht werden. Die Einnahme erfolgt üblicherweise gemäß ärztlicher oder apothekerlicher Anweisung, vorwiegend vor den Mahlzeiten oder bei Bedarf. Die Wirkung setzt typischerweise innerhalb von Minuten bis Stunden ein und hält je nach Dosierung mehrere Stunden an; die Ausscheidung erfolgt überwiegend renal, wobei die Eliminationshalbwertszeit bei Patienten mit reduzierter Nierenfunktion verlängert sein kann.

Wofür wird Ranitidin verwendet?

Ranitidin dient der symptomatischen und ursächlichen Behandlung von Erkrankungen, die durch übermäßige Magensäure geprägt sind. Dazu gehören gastroösophageale Refluxerkrankung (GERD) mit Sodbrennen und saurem Aufstoßen, erosive oder nicht-erosive Ösophagitis sowie unkomplizierte Duodenal- oder Matrofenulcus-Beschwerden. Die Substanz wird ferner bei diagnostizierten oder vermuteten Ulkusformen des Magens oder des Zwölffingerdarms eingesetzt, um Beschwerden zu reduzieren und Heilung zu unterstützen.

Bei bestimmten Patienten mit zentraler oder peripherer Säurehypersekretion, etwa im Zollinger-Ellison-Syndrom, kann Ranitidin als Teil einer umfassenden Therapie eingesetzt werden. Langfristige Behandlungen erfolgen unter regelmäßiger ärztlicher Überwachung, insbesondere bei Risiko für Nährstoffresorption, Infektionen des Atemtrakts sowie bei älteren Patienten. In der Praxis erfolgt die Dosisanpassung je nach Indikation, Schweregrad der Beschwerden und renaler Funktion.

Kinder und Jugendliche erhalten Ranitidin gemäß alters- und gewichtsspezifischen Empfehlungen. Bei Erwachsenen wird die Behandlung regelmäßig auf Notwendigkeit, Ansprechen und Verträglichkeit überprüft. Bei Verdacht auf Komplikationen oder fehlende Besserung innerhalb eines festgelegten Behandlungszeitraums ist eine Reevaluation erforderlich.

Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen

Gegenanzeigen sind bekannte Überempfindlichkeitsreaktionen gegen Ranitidin oder einen der Hilfsstoffe des Präparats. Eine solche Reaktion kann sich als Hautausschlag, Atemwegsbeschwerden oder systemische Allergie äußern. Bei Vorliegen schwerer Leber- oder Nierenfunktionsstörungen ist eine Dosisanpassung bzw. engmaschige Überwachung sinnvoll, da die Ausscheidung beeinträchtigt sein kann.

Vorsichtsmaßnahmen betreffen insbesondere Langzeitanwendung. Durch Senkung der Magensäure kann das Risiko bakterieller Infektionen des oberen Verdauungstraktes und eine atypische Pneumonie zunehmen. Eine längere Säurehemmung kann zu Vitamin-B12-Mutmaßproblemen führen, insbesondere bei älteren Patienten oder Langzeitgebrauch. Gastrointestinale Beschwerden sollten überwacht werden, da sekundäre Infektionen oder Verschlechterungen zugrunde liegen können.

Bei älteren Patienten oder solchen mit multiplen Medikamenten ist auf mögliche kognitive Veränderungen, Schwindel oder Verwirrtheit zu achten, da diese als Auswirkungen ungeklärter, altersabhängiger Empfindlichkeiten auftreten können. Stillende Mütter sollten eine Stillpause in Betracht ziehen, da geringe Mengen in die Muttermilch übergehen können. Schwangere Frauen sollten Ranitidin nur nach sorgfältigem Nutzen-Risiko-Abwägung verwenden.

Renale Funktionsstörung erfordert eine Anpassung der Dosierung oder Verlängerung der Abstände. Bei Leberfunktionsstörung ist Vorsicht geboten, da die Umwandlung und Ausscheidung verlangsamt sein kann. Die Einnahme anderer säurehemmender Substanzen sollte zeitlich koordiniert erfolgen, um Wechselwirkungen zu minimieren.

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wie bei vielen Arzneimitteln können Nebenwirkungen auftreten. Die folgende Einteilung berücksichtigt allgemeine Erfahrungswerte aus klinischen Studien und der Praxis.

Sehr häufig oder häufig berichtete Nebenwirkungen umfassen Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit sowie Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Verstopfung oder Durchfall. Diese Reaktionen sind meist leicht bis moderat und klingen nach Absetzen oder Dosisanpassung ab.

Gelegentlich können Hautreaktionen wie Ausschlag, Pruritus oder Urtikaria auftreten. Selten werden Leberwertveränderungen, Gelbsucht oder Hepatitis berichtet; bei Verdacht ist eine medizinische Abklärung erforderlich. Seltene Fälle von Blutbildveränderungen oder Hypersensitivität sind dokumentiert, bedürfen jedoch einer sofortigen Beurteilung durch den behandelnden Arzt.

Sehr seltene Reaktionen beinhalten Gedächtnisstörungen, Verwirrtheit oder vermehrte Müdigkeit, insbesondere bei älteren Patienten oder solchen mit Vorerkrankungen. Sehr selten können Herzrhythmusstörungen, Arrhythmien oder allergische Schocks auftreten. Bei Zeichen einer schweren Reaktion ist unverzüglich medizinische Hilfe zu suchen.

Wechselwirkungen mit anderen Substanzen

Ranitidin zeigt in der Regel ein geringes Potenzial für schwere Arzneimittelwechselwirkungen, da es primär unverändert über die Niere ausgeschieden wird und nicht stark durch Zytokome oder Leberenzyme metabolisieren wird. Dennoch können Interaktionen auftreten, insbesondere wenn mehrere Arzneimittel gleichzeitig eingenommen werden.

Antazida, Sucralfat oder andere Substanzen, die den Mentransport pH-abhängiger Arzneistoffe beeinflussen, können die Resorption von Ranitidin modulieren. Um eine gute Absorption sicherzustellen, sollten zeitlich versetzte Einnahmen mit einem Abstand von etwa 2 Stunden erfolgen. Gleiches gilt für andere säurehemmende Präparate, deren Wirkung durch das magensaft-pH-Umfeld beeinflusst wird.

Bei Medikamenten, deren Aufnahme stark auf einen sauren pH-Wektor angewiesen ist (z. B. bestimmte Antimykotika oder Proteasehemmer), kann eine verminderte Bioverfügbarkeit auftreten. Die gleichzeitige Einnahme sollte vermieden oder zeitlich getrennt erfolgen. Ranitidin kann den Verlauf einiger Laborwerte beeinflussen, weshalb bei Langzeitanwendung Perioden der Kontrolle (Leber- und Nierenfunktion, Blutbild) sinnvoll sind, insbesondere bei Patienten mit multiplen Medikamenten.

Zusätzliche Interaktionen können sich aus Wechselwirkungen mit Antikoagulanzien, bestimmten Herzmedikamenten oder Zytostatika ergeben. Patienten sollten vor Beginn einer Behandlung eine vollständige Medikamentenliste vorlegen, damit potenzielle Interaktionen bewertet werden können. Bei der Verschreibung von Ranitidin in Kombination mit weiteren Medikamenten entspricht die Praxis der individuellen Risikobenennung und entsprechender Anpassung der Dosierung oder Einnahmezeiten.

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Julia Mayer
Medizinisch überprüft von
Julia Mayer
Dr. med. univ., Fachärztin für Klinische Pharmakologie